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Erwerbs und Arbeitlosenforum: ALG I - ALG II - Hartz IV - Sozialhilfe

 

Forum » Arbeitslosengeld I » Chef will Vertrag downgraden, wie verhalten bzgl. ALG 1 ?  1
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01.07.19 14:45
CarloBanausen 

Zitat
Chef will Vertrag downgraden, wie verhalten bzgl. ALG 1 ?

Hallo Freunde,

ich bin der einzige Programmierer in einer kleinen IT-Firma,
der Chef hat Geldprobleme ( Finanzamt ... ) und will daher meinen Arbeitsvertrag "modifizieren",
- er will mich zwar auf jeden Fall behalten ... ,
- aber er will auch sparen ...

am liebsten würde er nur 451 Eur zahlen, also gerade mal versicherungspflichtig und daher incl. der Krankenkasse.


Ich wundere mich nun was zu tun ist:

- Wenn ich mich darauf einvernehmlich einlasse und er mir dann eine Weile später (bspw. 3 Monate später) kündigt bekomme ich ja vermutlich nur noch ALG 1 auf Basis der 451 Eur ... ?
- Sollte ich daher erstmal die Kündigung abwarten und das evtl. nachfolgende Angebot des Chefs ... , und mich dazwischen ggf. arbeitslos melden, um die Regel bzgl. des "Bestandsschutzes" zu erfüllen ?

Ich meine also mit meiner Frage die Bestandsschutzregelung, wonach man ALG 1 auf den alten ( und ggf besser bezahlten ) Job angemessen bekommt, auch wenn man inzwischen mit dem neuen Job weniger verdient ... .
Wenn ich einen Änderungsvertraqg unterschriebe, dann würde ich vermutlich meine ALG1-Höhe tatkräftig selbst vermindern, oder nicht ?

Hartz IV, Arbeitslosengeld 1 u. 2, Forum für Arbeitslose





Erwerbs und Arbeitlosenforum: ALG I - ALG II - Hartz IV - Sozialhilfe

02.07.19 12:20
Wampe 

Zitat
Re: Chef will Vertrag downgraden, wie verhalten bzgl. ALG 1 ?

CarloBanausen:
der Chef hat Geldprobleme ( Finanzamt ... ) und will daher meinen Arbeitsvertrag "modifizieren",
- er will mich zwar auf jeden Fall behalten ... ,
- aber er will auch sparen ...

am liebsten würde er nur 451 Eur zahlen, also gerade mal versicherungspflichtig und daher incl. der Krankenkasse.
Wenn er den Lohn so weit runter setzt, muss er aber auch deine Arbeitszeit anpassen, sonst kriegt er noch mehr Probleme, Stichwort Mindestlohn.
Und das nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis.

CarloBanausen:
- Wenn ich mich darauf einvernehmlich einlasse und er mir dann eine Weile später (bspw. 3 Monate später) kündigt bekomme ich ja vermutlich nur noch ALG 1 auf Basis der 451 Eur ... ?
Eigentlich gibt es da eine Sonderregelung, ob die aber auch bei einer einvernehmlichen Änderung greift kann ich dir aus dem Stand heraus nicht sagen.

CarloBanausen:
- Sollte ich daher erstmal die Kündigung abwarten und das evtl. nachfolgende Angebot des Chefs ... , und mich dazwischen ggf. arbeitslos melden, um die Regel bzgl. des "Bestandsschutzes" zu erfüllen ?
Dein Chef kann dir eine sog. Änderungskündigung vorlegen, das ist eine normale fristgerechte Kündigung verbunden mit dem Angebot, das Arbeitsverhältnis zu geänderten Konditionen fortzusetzen. Dieses Angebot kannst du dann annehmen oder ablehnen.
Lesestoff dazu:
http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbei...kuendigung.html

Aus deiner Sicht dürfte das auch die sinnvollste Möglichkeit sein.

Eine einvernehmliche Änderung solltest du vor allem in deinem eigenen Interesse nicht unterschreiben.
Von 451€ im Monat kannst du nicht leben, du wirst also früher oder später beim Jobcenter aufschlagen müssen um aufstockende Alg2-Leistungen zu beantragen. Und wenn die dann sehen dass du die Hilfebedürftigkeit mit einer einvernehmlichen Vertragsänderung selbst herbeigeführt hast, dann kann das ordentlich Ärger geben, u.U. bis hin zu späteren Rückforderungsansprüchen nach § 34 SGB II. Das könnte also eine üble Schuldenfalle für dich werden.

17.07.19 10:01
Laros 



Zitat
Re: Chef will Vertrag downgraden, wie verhalten bzgl. ALG 1 ?

Sehr gute Antwort!

Ich würde auch keinesfalls meine Unterschrift druntersetzen oder sonstige Vereinbarungen treffen. Wie bereits erwähnt wurde, musst du mindestens auf Mindestlohn sowieso angestellt werden bzw. bei geringerer monatlicher Zahlung gesamt von den Stunden her reduziert werden. Wählst du diese Variante, müsste wohl aber ein Zweitjob her.
Ansonsten Kündigung abwarten, zum Arbeitsamt, alles melden und auf Jobsuche begeben. Da nicht lange fackeln, die Chancen woanders eingestellt zu werden, sind so frisch noch am höchsten. Hmmm, oder besteht die Chance, sich noch vor der Kündigung umzuschauen und einen neuen Job an Land zu ziehen?

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