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28.01.09 11:22 Paulchen
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Zeitarbeit in der Wirtschaftskrise
Die Ersten, die die Wirtschaftskrise voll trifft, sind Zeitarbeiter. Viele Firmen trauten den guten Zeiten nicht und stellten nur Leiharbeiter ein. Diese sind nun auch sehr schnell wieder entlassen. Viele landen erst einmal bei der Agentur für Arbeit. „50 Prozent der Menschen, die sich bei uns in den letzten vier Wochen arbeitslos gemeldet haben, sind Zeitarbeitnehmer“, sagt Roland Fürst, Geschäftsführer Operativer Bereich der Agentur.
Dabei stellen sie nur vier Prozent der Beschäftigten, quer durch alle Schichten vom angelernten Arbeiter bis zum Akademiker. Der Anteil der Leiharbeiter ist in der Region mit über vier Prozent höher als im Bundesschnitt (drei Prozent). Das liegt an dem hohen Anteil an Betrieben aus den Bereichen Maschinenbau, Metall und Elektrotechnik.
Manche Zeitarbeiter waren nur so kurz beschäftigt, dass sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I erwerben konnten und daher gleich wieder Arbeitslosengeld II (Hartz IV) erhalten. Bevor sie vom Aufschwung profitierten, schlug schon die Krise zu. Dadurch droht die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinanderzuklaffen. Eckart Wieja, Leiter der Arge für Beschäftigung, blickt trotzdem mit „gesundem Optimismus“ auf 2009. Er rechnet mit einem nur leichten Anstieg der Zahlen, sagte er gestern vor den Medien.
2008 lief es dagegen wirtschaftlich so gut, dass es sich sogar auf die Sorgengruppe unter den Arbeitslosen sehr positiv auswirkte: Die Zahl der arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger sank um fast 1500 auf 6100 Personen in Augsburg. Das entspricht einer Erwerbslosenquote von 4,4 Prozent und bedeutet in dem Bereich fast Vollbeschäftigung. Denn die restlichen Personen gelten im Vermittler-Jargon als „integrationsfern“. Das heißt, sie haben keinen Abschluss, Sprachprobleme oder sind krank - manchmal alles auf einmal. Auch für diese Gruppe unternahm die Arge viel und konnte einige mit hoher Förderung im Arbeitsmarkt unterbringen.
Ende Dezember lebten 19 200 Augsburger von Hartz IV, 2700 weniger als im Jahr zuvor. Ein Teil von ihnen ist erwerbslos, andere erhalten Arbeitslosengeld II als Aufstockung zum Arbeitslosengeld I oder weil sie in ihrem Job zu wenig verdienen. Auch 5400 Kinder leben in diesen Verhältnissen.
Erfolgreiches Projekt für junge Erwerbslose
Mehrere Projekte gibt es für besondere Problemgruppen. Als bundesweites Vorzeigemodell gilt ProJugend. Darin werden Arbeitslose unter 25 mit sozialpädagogischer Hilfe ans Arbeitsleben herangeführt. Teilweise ist die Betreuung sehr intensiv: Kommt jemand nicht zur Arbeit, klingelt man ihn auch mal aus dem Bett. Die Zahl der arbeitslosen Hilfsbedürftigen unter 25 sank so von 490 auf 300.
Wiejas größte Sorgenkinder sind weiter die alleinerziehenden Frauen und schwerbehinderte Menschen. Bei Letzteren wurde eine Million Euro für Maßnahmen der Arbeitsförderung bereitgestellt - aber längst nicht verbraucht. Die Firmen zeigten sich nicht interessiert.
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Hartz IV, Arbeitslosengeld 1 u. 2, Forum für Arbeitslose
Erwerbs und Arbeitlosenforum: ALG I - ALG II - Hartz IV - Sozialhilfe
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09.02.09 17:07 Krina
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Re: Zeitarbeit in der Wirtschaftskrise
Ich beziehe ALG 1 und kann keinerlei Vergünstigungen wie Telefon- oder GEZ Ermässigung oder auch den halben Preis bei der Nutzung öffentlicher Badeanstalten etc. in Anspruch nehmen.
Nach Abzug aller Fixkosten (nur Haftpflicht und Zahnersatzversicherung, Miete, Busfahrkarte - wohne auf dem Land!- ) bleiben mir noch 300 Euro zum Leben. ALG 2 kann ich nicht zusätzlich beantragen, da ich mit meinem Partner zusammenwohne.
Für den Fall, dass ich ALG 2 Empfängerin werden sollte, müssen wir uns trennen, da er allein von seinem Einkommen die Miete nicht zahlen könnte. Und wer ist mit Schuld? Die geringen Gehälter der Zeitarbeitsfirmen.
Man arbeitet genausoviel oder mehr als bei festen Angestellten, bekommt weniger und wenn keine Aufträge mehr da sind, hat man weniger Geld als bei ALG 2.
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28.02.09 07:00 Toni
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Re: Zeitarbeit in der Wirtschaftskrise
Die Wirtschaftskrise treibt die Arbeitslosenzahlen weiter in die Höhe - aber nicht so dramatisch wie von manchen Politikern befürchtet. Die Zahl der Erwerbslosen stieg im Februar im Vergleich zum Vormonat saisonbereinigt um 40.000, im Januar hatte dieser Anstieg noch bei 59.000 gelegen.
Derzeit sind 3.552.000 Menschen erwerbslos gemeldet, die Arbeitslosenquote erhöhte sich damit auf 8,5 Prozent. Die drastische Zunahme der Kurzarbeit habe dem Anstieg "stabilisierend entgegengewirkt", sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, am Donnerstag. Weise erwartet im Jahresdurchschnitt nach wie vor nicht mehr als 3,5 Millionen Arbeitslose. Für den oft prognostizierten Anstieg der Erwerbslosenzahlen auf vier Millionen gebe es "im Moment keine Anzeichen", sagte der BA-Chef.
Nach vorläufigen Hochrechnungen hat sich die Zahl der Anträge auf konjunkturell bedingtes Kurzarbeitergeld im Februar im Vergleich zum Vormonat mehr als verdoppelt, auf 620.000 bis 670.000, sagte BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker. Allerdings bedeutet die Zahl dieser Anmeldungen nicht, dass am Ende auch tatsächlich an so viele Menschen Kurzarbeitergeld ausgezahlt wird. So hat zum Beispiel der Automobilhersteller Opel seine Kurzarbeit wieder zurückgefahren, weil die Produktion besser läuft als gedacht. Grund dafür ist die Einführung der Abwrackprämie.
Aus konjunkturellen Gründen wurde im Dezember Kurzarbeitergeld an 201.000 ArbeitnehmerInnen ausbezahlt. Das waren 187.000 mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Laut BA erduldeten die Kurzarbeiter einen Arbeitsausfall von durchschnittlich 33 Prozent. Für die gekürzten Stunden erhalten die Beschäftigten 60 bis 67 Prozent des Lohnausfalls von der BA erstattet. Derzeit können Unternehmen einfach per schriftlichen Antrag Kurzarbeitergeld beantragen, eine Prüfung durch BA-Mitarbeiter vor Ort im Betrieb findet in der Regel nicht statt.
Agenturchef Weise erklärte, derzeit gebe es keine Hinweise auf bevorstehende Massenentlassungen. Allerdings nehme die Erwerbstätigkeit stetig ab. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sei die Zahl der Erwerbstätigen im Januar im Vergleich zum Vormonat saisonbereinigt um 83.000 gesunken. Im Dezember war der Wert lediglich um 22.000 zurückgegangen.
Die Zahl der offenen Stellen nimmt gleichfalls ab. Saisonbereinigt ergibt sich ein Rückgang dieser Angebote für nicht subventionierte, sozialversicherungspflichtige Jobs von 10 Prozent. Der Vergleichszeitraum dieser Werte waren die vergangenen drei Monate gegenüber September, Oktober und November 2008, heißt es im aktuellen Monatsbericht der BA.
Darüber hinaus wuchs die Zahl der Erwerbslosen, die Arbeitslosengeld I bekommen, stärker an als die der Empfänger von Arbeitslosengeld II (Hartz IV). Das ist ein Zeichen, dass die konjunkturelle Schwäche anfangs vor allem sozialversicherungspflichtig Beschäftigte trifft.
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